bemalung90mm - Figur neu

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bemalung90mm

Rückzug aus Russland
von Hans Hubbe

Figur Andrea 90 mm

Geschichtlicher Hintergrund
Im Sommer 1812 hatte Napoleon eine Streitmacht von 567.000 Mann zusammengezogen und war bereit zum Überfall auf Russland. Vorangegangen waren politische Auseinandersetzungen, die Situation spitzte sich immer weiter zu und so kam es, dass Napoleons Armee am 24. Juni 1812 in Russland einmarschierte. Es kam zu mehreren schweren Schlachten mit den Truppen des Zaren, trotzdem marschierte Napoleon am 14. Dezember 1812 in Moskau ein. In der darauf folgenden Nacht brach ein heftiges Feuer aus, welches in fünf Tagen fast die ganze Stadt zerstörte. Zwei große russische Armeen rückten auf Moskau vor, und so wurde Napoleon zum Rückzug gezwungen, wollte er nicht in der zerstörten Stadt eingeschlossen werden. Der Rückzug entwickelte sich zur großen Niederlage mit einer hohen Zahl an Opfern. Die französische Armee war ständig russischen Angriffen ausgesetzt, einsetzender Schneefall, Kälte und die Strapazen des Fußmarsches, ständige Angst vor Angriffen und Hunger machten einen geordneten Rückzug unmöglich. Es kehrten nur 94.000 Mann aus Russland zurück.


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Die Bemalung
Ich verwendete Acrylfarben der Firmen Andrea und Vallejo. Beim Bemalen meiner Figuren achte ich sehr darauf, dass alle verwendeten Farben miteinander harmonieren, dies erreiche ich, indem ich bei allen Farben denselben Farbton beimische. Nicht nur bei der Figur, auch bei der Sockelgestaltung wiederholen sich die Farben, so ergibt sich ein harmonisches Gesamtbild. Im vorliegenden Fall verwendete ich hauptsächlich kalte Farben wie blau, grau oder weiß.
Am Anfang steht, wie bei jeder Figur, der wichtigste Teil, das Gesicht. Ich begann mit der Grundfarbe und hellte diese nur wenig auf für die Lichter. Durch die Anstrengungen der letzten Wochen hatte der Soldat tiefe Falten im Gesicht, deshalb wurden diese Falten mehr als sonst üblich betont. Der Bart wurde mit einem dunklen Braunton gemalt, anschließend setzte ich helle Punkte, die den gefrorenen Atem sehr gut wiedergeben.

Anhand des Mantels möchte ich kurz die Maltechnik mit Acylfarben beschreiben.
Die Farben werden mit Wasser verdünnt. Nachdem der Mantel mit zwei dünnen Schichten der Grundfarbe grundiert worden war, so dass eine gleichmäßige Oberfläche entstanden war, begann ich mit dem schrittweisen Aufhellen der Grundfarbe in geringen Abstufungen, danach der gleiche Arbeitsgang für die Schatten. Sollte ein Übergang zwischen zwei Farbtönen zu hart sein, kann man mit einer sehr verdünnten Zwischenfarbe dieser zwei Farbtöne an dieser Stelle die Figur noch mal mit dem Pinsel übermalen. Es entsteht dann ein weicherer Übergang. Da der Mantel nach dem langen Tragen schon sehr verschmutzt und zerrissen war, sparte ich nicht mit Schmutz- und Schneespuren, außerdem malte ich ein paar geflickte Stellen auf den Mantel. Um der Figur etwas mehr Farbe zu geben, entschied ich mich für eine rötliche Bauchbinde, aber auch hier vermied ich ein warmes rot, anschließend trug ich noch ein paar gelbe Streifen auf.
Nachdem die Figur komplett fertig gemalt war, brachte ich als Besonderheit die Lichteffekte des Feuers am unteren Teil der Figur an. Dazu benutzte ich die Ölfarbe Kadmiumorange, und zwar sehr dezent um die Effekte nicht zu übertreiben.


Der Sockel
Schnee, 15° unter Null, ein kleines Feuer, rings um das Feuer war der Schnee geschmolzen und ein alter Baum mit dessen trockenen Ästen das kleine Feuer entzündet worden war, das war die Grundidee für die Gestaltung des Sockels.
Mit ofenhärtender Modelliermasse wurde die Grundform auf den Holzsockel aufgebracht. Ein passendes Stück Wurzel als Baum und ein paar Haare eines alten Borstenpinsels als Grashalme wurden in die Masse mit eingebettet. An der Stelle, wo später das Feuer sein sollte, befestigte ich Sand und Steine mit Weißleim. Für den Schnee verwendete ich nach einigen Versuchen die Schneeflocken der Firma Noch, geklebt mit einer Mischung aus Weißleim, Wasser und weißer Acrylfarbe. Danach gut trocknen lassen, loses Schneepulver wegblasen und den Vorgang wiederholen. Nachdem ich fünf Schichten aufgebracht hatte, war ich mit der Oberfläche zufrieden. Schatten und Schmutz brachte ich mit verdünnter Ölfarbe auf.

Fazit: eine Figur, die sich lohnt und zu jeder Zeit des Bemalens Spaß gemacht hat.


 
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